Siedlungsformen in Ostfriesland

Wenn Besucher durch das ostfriesische Marschland fahren, bemerken sie die Anhöhen (Warfen) der Dörfer und oft wuchtige Backsteinkirchen, die sich über dem sonst "platten" Land erheben. Es sind aufgeschwemmte Hügel, die ähnlich wie Inseln früher ganz oder zeitweise vom Wasser umspült wurden. Die ersten Menschen siedelten sich wahrscheinlich noch vor der ersten Völkerwanderung dort an. Sie bauten ihre Höfe aus Lehm um einen freien Platz in der Mitte wie Wagenburgen, um dort während feindlicher Überfälle und bei Sturmfluten ihr Vieh zusammenzutreiben und zu schützen.

Acker

Im Zuge der weiteren Besiedelung wurden Warfen von den Menschen aufgeschüttet. Als jedoch die Dünenkette, die das Land vor Wassereinbrüchen schützte, langsam von Wind und Meer abgetragen wurde, gab es nicht mehr genug Ackerland, das mindestens drei Monate im Jahr nicht überflutet wurde. So wurden die ersten Erdwälle, Deiche, vor ca. 1200 Jahren gebaut. Ungefähr um diese Zeit wurde die Bevölkerung von Missionaren christianisiert.

Nebel auf der Warf

Es entstanden zunächst kleine Holzkirchen und später größere aus Tuffstein oder Granit. Da es weder Wälder noch Steinbrüche gab, mußte das Baumaterial aufwendig transportiert werden. Erst mit dem Aufkommen der Backsteinfertigung konnten die großen Kirchen entstehen werden, weil Lehm und Ton genug vorhanden war. Sicherlich sollte die Größe der Kirchen in den nur wenige Bewohner zählenden Dörfern Macht und Einfluß demonstrieren, denn die Ostfriesen waren ein diesbezüglich unzugängliches Volk und sie hielten lange an ihren heidnischen Gebräuchen fest.

Im Dorf

Aber die Kirchen boten ihnen auch einen besseren Schutz. In Zeiten der Not trieben sie jetzt Ihr Vieh in die Kirche.

Ostfriesische Orte

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