Cirkwehrum

Bei dem Bau irgendeines bedeutenden Gebäudes innerhalb der Krummhörn mussten die Steine dazu meilenweit verfahren werden. Eine Menge Fuhrleute waren beschäftigt, mit schwerbeladenen wagen den bodenlosen Kleiweg gründlich unpassabel zu machen, und fuhren im Gänsemarsch vorsichtig hintereinander her.
Der Vordermann hieß Cirk.
Als er an die Stelle kam, wo heute das Dorf liegt, kamen eilig Leute von der entgegengesetzten Seite heran, die laut riefen:
"Cirk, wehr um! Cirk wehr um!", ihn so zur Rückkehr auffordernd.
Sie brachten aber die Botschaft, dass eine passierende Brücke total eingestürzt und somit der Weg gesperrt sei. Unwillig darüber rief Cirk:
" So mag der Henker mit den Steinen wieder zurück fahren!" - lud seine Fracht am Orte, wo der Wagen Halt gemacht, ab, und desgleichen thaten die anderen Fuhrleute.
Von den Steinen baute man daselbst bald ein Häuschen und nannte den Ort: 
Cirkwehrum!

(Aus dem Buch "Sagen und Märchen aus Ostfriesland" von Dietmar Damwerth)

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