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Das Geisterschiff von Emden
Als noch die Stadt Emden in schönsten Flor
stand, die Ems unter den Stadtmauern dahinfloss und Schiffe aller
Länder und Völker den Hafen füllten, begab es sich einmal, dass
ein gewaltiger Sturm aus Nordwest losbrach, der das Wasser der
Nordsee in ungeheuren Massen und Wellen der Stadt zuwälzte, so dass
es ordentlich eine Noth wurde.
Zu diesem Wetter ließ ein großes städtisches Kauffahrteischiff,
das lange auf fremden und fernen Meeren "geschwalkt"
hatte, bei der Einfahrt in die Ems bereits signalisiert worden war
und nun sehnlichst erwartet wurde, des Nachts mit vollen Segeln an
die Stadt.
Schon war es nahe vor der Hafenmündung unweit der langen Brücke,
nahe den schützenden Delft, schon sah man im Scheine der aufgehissten
Laternen, die hin- und herschlugen, die dunklen Gestalten der
Seeleute sich auf- und ab bewegen, schon hörte man den Commandoruf
des Capitains, den schweren Anker, der nieder in die Tiefe ging, da:
-
Mit einem Male brach eine höllische Windsbraut einher, wirbelte die
Wasserberge so schrecklich in die Luft hinein, heulte und pfiff der
Wind so gellend und eigenthümlich, dass es ein Schauer für die
Zuschauer war.
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